Iwan Wassiljewitsch Boldin

Iwan Wassiljewitsch Boldin

Iwan Wassiljewitsch Boldin (russisch Иван Васильевич Болдин, wiss. Transliteration Ivan Vasiljevič Boldin; * 3.jul./ 15. August 1892greg. in Wyssozkaja bei Insar, Gouvernement Pensa, Russisches Kaiserreich, heute Mordwinien, Russland; † 28. März 1965 in Kiew) war der Chef der Sowjetischen Militäradministration (SMAD) in Thüringen.

Leben

Boldin leistete von 1914 bis 1918 Kriegsdienst im Ersten Weltkrieg. 1918 trat er der KPdSU bei und war seit 1919 Berufssoldat der Roten Armee. Er besuchte die Militärakademie Frunse. Im September 1939 war er an der sowjetischen Besetzung Ostpolens beteiligt, seine Kavallerie-mechanische Gruppe operierte dabei im Raum Wolkowysk und Nowogrodek. Ab Ende 1939 war er Kommandeur des Militärbezirks Odessa.

Im Vaterländischen Krieg

Zu Beginn des deutschen Überfalles auf die Sowjetunion (Juni 1941) fungierte er als stellvertretender Kommandeur des westlichen Militärbezirks. Er organisierte im Raum Grodno einen ersten Gegenangriff der 10. Armee gegen die vordringenden Verbände der deutschen Panzergruppe 3. Zu seiner Kavallerie-mechanischen Gruppe zählte das 6. und 11. mechanisierte Korps sowie das 6. Kavallerie-Korps. Als Kommandeur der 50. Armee verteidigte er im Oktober und November 1941 Tula gegen die deutsche Panzergruppe 2. Zwischen 1942 und 1943 waren seine Truppen im Raum Kirow bei der Westfront stationiert. Im Sommer 1944 nahmen seine Truppen an der Operation Bagration teil, er selbst wurde am 15. Juli 1944 zum Generaloberst befördert. Die bei der 2. Weissrussischen Front eingesetzte 50. Armee ging nach den Vormarsch über Bialystok im Herbst 1944 im Raum Augustów zum Stellungskrieg über. Im Februar 1945 wurde er wegen schlechter Koordination seiner Armee in der Schlacht um Ostpreußen auf Betreiben des Frontkommandeurs Rokossowskis als Armeeführer abberufen. Von März bis Mai 1945 fungierte er während der Wiener Operation unter Marschall Tolbuchin als Stellvertretender Befehlshaber der 3. Ukrainischen Front.

Ab Juni 1946 war Boldin Chef der SMAD in Thüringen, danach von Juli 1946 bis März 1951 Befehlshaber der 8. Gardearmee. 1958 bis 1965 war er Konsultant beim Verteidigungsministerium der Sowjetunion. Boldin wurde mit dem Lenin- und dem Rotbannerorden ausgezeichnet.